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Verdauung: Was haben Mundbakterien mit der Darmflora zu tun?

Mundbakterien und Verdauung
Bakterien, Petrischalen

Verdauung beginnt im Mund

Ein Teil der schlechten bakteriellen Krankheitserreger im Darm kommt meist über den Mund dahin. Mundbereich und Darm beeinflussen sich gegenseitig.

Dein Darm bzw. deine Verdauung ist abhängig vom richtigen Einspeicheln der Speisen und natürlich deren Zerkleinerung, also davon wie gut du kaust. Andersherum sind unsere Zähne, unser Zahnfleisch und auch unsere Knochenverhältnisse im Mundbereich vom Darm abhängig.

Wusstest du, dass dein Mikrobiom im Darm weit über 1.000 verschiedene Bakterienarten beinhaltet und ein Gewicht von bis zu zwei Kilogramm aufweist? Du hast somit viel mehr Bakterien im Darm als Zellen. Das zeigt, wie wichtig der Darm für deine Gesundheit ist. Verdauung, Immunsystem, Stoffwechsel, Hormone – alles wird vom Darm beeinflusst, genauer gesagt von deinem Darmmikrobiom. Und genau diese Darmflora wiederum wird durch die Mundhöhlenbakterien beeinflusst und umgekehrt.

Quelle Dr. H. Wunderlich, Zahnarzt München

Mundbakterien und Verdauung

Die mikrobielle Gemeinschaft der Mundhöhle unterstützt die Verdauung und kontrolliert die Stoffwechselregulation. Im Mund beginnt die Aufspaltung der Kohlenhydrate, entzündungshemmende und -fördernde Prozesse werden im Gleichgewicht gehalten und obendrein Umweltchemikalien entgiftet.

Gerät das fein abgestimmte Gleichgewicht im Mundraum durcheinander kann das zu Erkrankungen führen.

Mundflora fördern

Neben der Nahrung gelangen jede Menge Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze in den Mundraum. Solange die Mikrobiota im Mund im Gleichgewicht ist, werden die meisten Keime vom Immunsystem erkannt und unschädlich gemacht.

 

Eine Zahnfleischentzündung kann Immunzellen aktivieren, welche wiederum entzündliche Prozesse befördern und im Darm für eine Ausweitung des Entzündungsgeschehens sorgen. Wird die Zahnfleischentzündung behandelt, bessert sich auch das Entzündungsgeschehen im Darm.

Gründliches Kauen

Ohne Speichel hätten viele nützliche Bakterien keine Lebensgrundlage. Speichel spült und reinigt die Zähne und verdünnt die von den Bakterien produzierten Säuren. Mindestens 20- bis 30-mal gründliches Kauen regt den Speichelfluss an und sorgt für eine gute Vorverdauung der Nahrung.

Quelle A. Vogel AG Roggwil und Teufen CH

Gut gekaut ist halb verdaut

In unseren Fastenwochen haben wir immer wieder darauf hingewiesen, achtsam und gründlich zu kauen und die Fastenzeit zu nutzen, um zu üben.
Nicht immer sind wir im Alltag achtsam mit kauen, doch vernachlässigen wir dies, merken wir es sofort, weil wir uns mit schlingen oder grossen Brocken nicht mehr wohlfühlen.

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