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Verdauung: Wie stehts mit deiner Darmflora und welchen Einfluss hast du?

Vielfalt: Rund 1.000 Bakterienarten besiedeln den menschlichen Darm – mehr als 50 Prozent des Stuhls bestehen aus diesen Bakterien, etwa E. Coli.
Wunderwelt im Darm / Darmbakterien Vielfalt

Eine gesunde Darmflora ist mitentscheidend für unsere gesamte Gesundheit.

Neueste Studien belegen: Menschen mit weniger Darmbakterien und einer geringeren Vielfalt der Darmflora neigen eher zu Übergewicht, entzündlichen Reaktionen und zu den daraus resultierenden Krankheiten.

Aufbau der Darmflora

Die sogenannte Darmflora beinhaltet ein ganzes Ökosystem mit ganz unterschiedlichen Bakterien im Darm. Billionen von ihnen besiedeln unseren Dick- und Dünndarm. Insgesamt dürften sich 100 Billionen oder 2 Kilogramm Bakterienzellen im Verdauungstrakt tummeln, welche dort eine netzartige Struktur bilden, die uns hilft, zu verdauen und Nährstoffe freizusetzen.

Erstbesiedelung durch Milchsäurebakterien

Fest steht, dass einige Mikroorganismen zur Grundausstattung eines jeden Menschen gehören, ferner, dass Patienten mit bestimmten Krankheiten über ähnliche Mikrobenpopulationen verfügen, – im Übrigen jedoch das Mikrobiom eines jeden Menschen so individuell wie ein Fingerabdruck ist.

Schwangerschaft
Schwangerschaft

Babys in der Gebärmutter sind fast keimfrei, denn erst im Geburtskanal werden sie mit einem hilfreichen Mantel aus Bakterien umgeben, von denen etwa die Hälfte zu den Milchsäurebakterien (Laktobazillen) zählt. Bereits nach etwa drei Jahren hat sich die individuelle Darmflora eingependelt.

Individuelle Darmflora

Die Darmbesiedlung hängt stark von unserer Lebensweise sowie der Umgebung, in der wir leben ab. Aus diesem Grund unterscheiden sich die Darmbakterien nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch von Lebensraum zu Lebensraum erheblich.

Verschiedene Darmbakterien
Verschiedene Darmbakterien

Aha!

  • Z. B. haben manche Erstbesiedler-Bakterien, die Muttermilch mögen, schon die Gene für einfache Kohlenhydrate wie Reis im Gepäck.
  • Japaner haben Darmbakterien, die sich bei Meeresbakterien ein Gen ausleihen können; mit dessen Hilfe spalten sie Algen auf. Wer also nach Sushi über Verstopfung klagt, verfügt natürlicherweise nicht über die entsprechenden Bakterien-Helfer.
  • Afrikanische Babys verfügen über Bakterien, die Werkzeuge herstellen können. So lässt sich schon in diesem Alter faserreiche Pflanzenkost aufspalten. Europäische Babys dagegen brauchen diese nicht, da sie meist mit Brei gefüttert werden.
  • Schon nach den ersten drei Wochen können anhand von Stoffwechselprodukten von Bakterien die Risiken für Allergien, Asthma oder Neurodermitis vorausgesagt werden.
  • Wer per Kaiserschnitt zur Welt gekommen ist, hat natürlicherweise erst einmal ein Defizit an schützenden Bakterien. Diese Unterschiede lassen sich noch bis zum 7. Lebensjahr nachweisen und können bei ungünstiger Beeinflussung das Risiko für spätere Krankheiten erhöhen.

Verändertes Mikrobiom

Auch medizinische Behandlungen spielen eine Rolle: Eine Untersuchung mit Freiwilligen an der belgischen Universität Leuven ergab 2016, dass Antidepressiva und Antihistaminika, antientzündliche Arzneien gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Mittel mit weiblichen Hormonen, wie sie in den Wechseljahren verschrieben werden, ähnlich wie Antibiotika die Darmflora beeinträchtigen können.

Wechseljahre
Wechseljahre

Zusammensetzung entscheidend

Gesunde Menschen haben ein Verhältnis von 80 zu 20 an «guten» und «schlechten» Bakterien. Und: Diese können miteinander kommunizieren.

Quelle: Auszüge A. Vogel AG Teufen und Roggwil CH

Präbiotika

Neben Probiotika haben auch Präbiotika eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Darm. Anders als bei Probiotika handelt es sich bei ihnen aber nicht um Mikroorganismen, sondern um Ballaststoffe, die vom Körper nicht verdaut werden. Zu ihnen gehören Pflanzeninhaltsstoffe wie Inulin und Oligofruktose. Manche der "guten" Bakterien im Dickdarm stürzen sich geradezu auf die Präbiotika, verwerten sie bevorzugt und können sich dadurch vermehren.

Wir unterstützen beim Sanften Fasten die guten Bakterien

Wir ernähren uns während der Fastenzeit mit vielen "unverdaulichen" und gesunden Ballaststoffen. Unser Fastenspeiseplan gibt eine Vielzahl von Suppen, Salate, Gemüse, Kräuter und Sprossen her. 

Nach der Fastenzeit steht es dir frei, deine Darmflora mit Probiotika zusätzlich aufzubauen. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht und sie sind erhältlich in Apotheken. Z. Bsp. Biotics von Burgerstein.

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