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Dauerverdauer

„Verdaust du noch oder lebst du schon?“ fragte ich spasseshalber meinen Mann.

„Jaha, ich verdaue noch mein Mittagessen und soeben habe ich genascht, damit ich weiter verdaue,“  rief er.

"Aha, dann bist du sozusagen ein Dauer-Verdauer," blödelte ich weiter.

„Weisst du was, soeben ist ein Blogartikel geboren. Der Dauer-Verdauer!“

 

 

„Iss nur dann, wenn Du Hunger hast.“ Diesen Satz hast du bestimmt schon einmal gehört. Lass uns hier noch etwas verbleiben. In einem intakten menschlichen System ist der Hunger das deutliche Zeichen dafür, dass Vitalstoffe dem Körper zugeführt werden sollen, um die Prozesse am Laufen zu halten.

Wir leben in einem Nahrungs-Überfluss. Wir geben viel zu oft, aufgrund von viel zu vielen kleinen und grossen Mahlzeiten, dem Magen gar nicht die Chance hungrig zu werden. Die meisten von uns hecheln den ganzen Tag ihrem Blutzuckerspiegel hinterher und leiden unter falschem oder sogar emotionalen Hunger.

 

Was kannst du konkret tun, um wieder einmal einen echten Hunger zu spüren?

 

Durchbrich deine Essens-Routine. (Empfehlung an gesunde Personen)

 

Lass einfach mal deine Naschereien und Zwischenmahlzeiten weg. Unterstütze deinen Körper, in dem du der Verdauung eine Pause gönnst. 

Sei kein Dauer-Verdauer.

 

Nicht zuträglich für die Gesundheit ist eine 24-Stunden-Esskultur. Gönne deinem Stoffwechsel nach dem Abendessen bis zum Frühstück eine komplette Pause.

 

Auszug...

Jede Verdauung ist eine geregelte Abfolge von sehr komplexen biochemischen Schritten. Sie beginnt bereits, wenn man sich hungrig an den Tisch setzt oder etwas Leckeres riecht. Dann entsteht eine bestimmte Folge von Sekretionen, die der Nahrung angepasst ist, die man gerade zu sich nimmt.

 

Der Verdauungsprozess braucht vor allem Zeit, um ungestört und vollständig ablaufen zu können. Die Verdauungszeit im Magen variiert zwischen zwei und neun Stunden, abhängig davon, was und wie viel man gegessen hat.

Wenn man vor Beendigung dieses Verdauungsprozesses etwas zu sich nimmt, so kann ein Teil der Nahrung nicht vollständig verdaut werden. Der Aufschluss der Nahrung ähnelt dem Kochen. Würde man beständig neue Nahrung in einen Kochtopf geben, dann wäre am Ende ein Teil der Lebensmittel völlig verkocht, während ein anderer Teil noch roh bliebe. Die unaufgeschlossenen Anteile gären und reizen dadurch die Schleimhäute.

Das bedeutet: Man sollte als Faustregel fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten einhalten. Im Einzelfall kann dies etwas kürzer oder durchaus auch länger sein, entsprechend der Art der Nahrung, die man zu sich genommen hat. Ein Knäckebrot benötigt nur 1-2 Stunden, Aal dagegen acht Stunden und länger.

 

Der Ratschlag, drei Mahlzeiten einzuhalten, steht im Gegensatz zu der häufigen Empfehlung, möglichst viele kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Gerade bei Verdauungsstörungen erweisen sich Pausen nach meiner Erfahrung jedoch als sehr hilfreich…

Quelle Dr. med. Thomas Weiss, Praxisklinik in Mannheim

 

Beginne damit auf die Signale deines Körpers zu hören, jenseits von Gewohnheiten und Konditionierungen.

 

Deine innere Stimme ist vielleicht noch leise, aber sie ist da und dein Körper gibt dir jeden Tag Signale.

 

Und zu guter Letzt: Mach dich mit dem Thema Ernährung nicht verrückt, mach kein Dogma daraus. Essen soll immer noch Spass machen und etwas Sinnliches bleiben. Genuss pur!

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